Zahlen und Fakten

Swiss Silk wird immer wieder angefragt, wie viel Seidenraupen und Blätter es brauche um 1 Kg, Seiden zu erzeugen. Dazu haben wir folgende Berechnung angestellt:

  • Dazu braucht es ca. 2,5 Gramm Eier, das sind ca. 5’000 Stück. Sie sind so gross wie Mohnsamen. Daraus schlüpfen kleine Raupen.
  • 5’000 Raupen brauchen bis sich verpuppen 8 Quadratmeter Platz (auf Hurden)
  • 5’000 Raupen fressen ca. 180 kg Blätter
  • 1 Maulbeerbaum liefert ca.7 kg Blätter pro Jahr. Für 180 kg Blätter braucht es daher ca. 25 Bäume
  • 5’000 Raupen ergeben verpuppt ca. 9 kg Cocon’s
  • 9 kg Cocon’s ergeben ca. 1 kg Rohseide.

Wissenswertes zur Seide allgemein

Quelle für diesen Text : www.fashion-base.de

Bezeichnung nach dem Textilkennzeichnungsgesetz: „Fasern, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen werden.“

Definition: Fasern aus der Mittelschicht des Kokons der Seidenraupe

Historie:

  • Seide stammt ursprünglich aus China
  • gelangt ca. 200 v. Chr. von China nach Korea
  • kommt im Jahre 552 n. Chr. nach Byzanz und von dort aus ins südliche und mittlere Europa
  • In Europa wird Seide zuerst in Italien und dann in Frankreich industriell verarbeitet

Raupen:

  • Maulbeerspinner (Zuchtseide)
  • Maulbeerspinner wird seit Jahrtausenden in in China (seit 3000 v. Chr.), Japan und Indien gezüchtet
  • Tussahspinner
  • Sacrote oder Eichenspinner
  • werden bei der Zuchtseide durch heißes Wasser oder Wasserdampf vor dem Schlüpfen abgetötet, damit der Kokon als ganzes erzhalten bleibt und kein Loch durch das Schlüpfen des Schmetterlings entsteht.
  • verfügen über 4 Drüsen am Unterkiefer (2 produzieren Fibroin, die anderen sind für das Sericin verantwortlich)

Seidenfaden:

  • besteht aus zwei platten Fäden (aus hornähnlichem Fibroin)
  • beide Fäden (Fibroin) sind von einer gemeinsamen Hülle (Seidenleim – Sericin) umgeben

Produktion:

  • Das Sericin wird durch eine seifenartige Lösung entfernt
  • Seidenzwirn entsteht durch die Verdrehung mehrerer Seidenfäden
  • Die Abfälle der Seidenzwirnproduktion können zu Bourretteseide oder Schappeseide versponnen werden
  • Der Verlust des Seidenleims wird teilweise durch Metallsalze ausgeglichen (erschweren der Seide)
    Überpari: Es wurden mehr Metallsalze hinzugefügt, als Seidenleim entfernt
    Pari: Die Menge der Metallsalze entsprechen der Menge des Seidenleims
    Unterpari: Es wurden weniger Metallsalze hinzugefügt, als Sericin reduziert wurde
    Für 1kg Rohseide werden ca: 5’000 Kokons benötigt.

Kokon:

  • Durchmesser: 20 – 25mm
  • Länge: 30mm
  • Form: Eiförmig (männliche Kokons) bzw. 8-Förmig (weibliche Kokons)
  • enthält ca. 800 m bis maximal 3’000 m Seidenfäden
  • entsteht bei der Verpuppung der Raupe zum Schmetterling
  • Bei Zuchtseide werden die Raupen in Spinnhütten gebracht, die ideal für den Bau eines Kokons sind
  • Die Kokons werden an der Spinnhütte oder an ihrer Umgebung mit sog. Flockseide befestigt
  • Der Bau eines Kokons dauert ca: 3-4 Tage
  • Nur die hochwertigsten Kokons werden für die Haspelseide verwendet
  • minderwertige Kokons werden für Schappeseide verwendet

Eigenschaften:

  • Feuchteaufnahme: maximal 30% des Eigengewichtes (ohne sich feucht anzufühlen)
  • Dichte: 1,37g pro Kubikzentimeter (nichtentbastete Seide) / 1,25g pro Kubikzentimeter (entbastete Seide)
  • entbastete Seide ist einer der leichtesten Faserstoffe
  • Reißlänge: ca: 50 km (entbasteter Faden)
  • Reißfestigkeit: 20 – 50 Rkm
  • Dehnung: 24% bei Normalklima
  • Naßfestigkeit: ca: 85% der Trockfestigkeit
  • edler Glanz
  • sehr weich
  • geschmeidig
  • knitterarm im unerschwerten Zustand
  • gute Wärmeisolation (im unentbasteten Zustand)
  • gute Färbbarkeit
  • Feuchtigkeitsanziehend (hygroskopisch)
  • empfindlich gegenüber Körperschweiß (Schweißflecken) Laugen und Sonneneinstrahlung
  • Temperaturausgleichend
  • sehr fein (12-25 Mikron), neben Viskose die feinste Faser, die aus natürlichen Polymeren besteht
  • sehr hohe Elastizität (höchste aller Naturfaserstoffe)

Seidenarten: Maulbeerseide, Tussahseide, Bourette, Schappe, Cuitseide, Souple – Seide, Anaphe – Seide, Muschelseide, Ecrú – Seide

Maulbeerseide: auch als echte, edle, reale oder Zuchtseide bekannt, Produkt des Maulbeerspinners (ernährt sich von den Blättern des Maulbeerbaumes), wird als Haspelseide verwendet, hochwertigste Seide, wird als Haspelseide verwendet, hochwertigste Seide

Tussahseide: auch Wildseide genannt, wird von Kokons gewonnen, deren Schmetterlinge bereits geschlüpft sind, ergibt ein unregelmäßiges Warenbild, bastlos, sehr haltbar

Bourette – Seide: Entsteht beim Kämmprozeß in der Schappeseidenproduktion, Bourette – Seide wird durch das Grobspinnverfahren gewonnen, unregelmäßig Noppig, stumpfer und fülliger als Schappe – Seide, preiswert

Schappe – Seide: auch als Florettseide bekannt, wird aus den nicht abhaspelbaren Teilen des Kokons gewonnen, wird durch ein Verfahren weiterverarbeitet, daß dem Kammgarnverfahren ähnelt, Abfallprodukt (Kämmlinge) wird zu Bourette-Seide verarbeitet

Cuit – Seide: auch als „Glanzseide“ bezeichnet, sehr weich und glänzend, zu 100% entbastet, durch den Verlust des Seidenleims entsteht ein Festigkeitsverlust

Souple – Seide: Naturseide, die durch Seifenlauge teilweise entbastet wurde, Gewichtsverlust durch den Entbastvorgang: ca: 8-12%

Anaphe – Seide: afrikanische Naturseide, wird auch Nesterseide genannt, aus kleinen Kokons gewonnen, wird nur in der Schappespinnerei gewonnen, wird teilweise als Effektfaden in der Tuchweberei verwendet

Ecrú – Seide: nicht entbastet. glanzlose Rohseide, mit künstlich gehärtetem Bast

Muschel – Seide: ca: 60mm langer Faserbart von Steckmuscheln aus dem Mittelmeer, schwer zu gewinnen

Pflege:

  • Waschen: nicht-alkalische (Fein-)Waschmittel verwenden
  • Bügeln: im leicht feuchten Zustand, aber nicht mit einem Dampfbügeleisen (Gefahr von Wasserflecken)
  • Bügeln der Tussahseide: im trockenen Zustand von links (Um die Gefahr von Glanzstellen zu vermeiden)
  • Zum Schutz wird empfohlen ein Schuzttuch zu beim Bügeln zu verwenden
  • In Naturseideprodukte sollten wenn möglich Schweißblätter eingenäht werden

Seidenstoffe: Bourette, Chiffon, Crêpe de Chine, Damassé, Duchesse, Organza, Satin, Taft, u.v.m.

Vergleich:

  • Anteil an der Weltfaserproduktion: weniger als 1%
  • Seide wird oft als Vorbild für die Herstellung von Chemiefasern benutzt

Anbaugebiete: China, Indien, Brasilien, Vietnam.


Quellen:
Alfons Hofer: „Textil- und Modelexikon“, 6. Auflage, Deutscher Facherverlag, Frankfurt am Main, 1998
„Das neue Taschen Lexikon in 20 Bänden“, Bertelsmann Lexikon – Institut, Band 14 S-Sh, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1992
Dipl.Ing.Päd. Frank Geringswald: „Rohstofflehre I“, Skriptum, LDT Nagold, 1998
„Grosses Handlexikon in Farbe“, Lexikon Institut Bertelsmann (Hrsg.), Gütersloh
„Fachwissen Bekleidung“, Europa Lehrmittel, 4. Auflage, Haan – Gruiten, 1995