Wissenswertes in Zahlen und Fakten

 

Wie viele kg Blätter frisst eigentlich eine Seidenraupe?

 

Und wie lange ist der Seidenfaden eines Kokons? 

 

Dies und mehr findest du in unserem Zahlen- und Fakten-Fundus! 

 


Für 1 kg Seide...

Um 1 Kg, Seiden zu erzeugen braucht es ca. 2,5 Gramm Eier, das sind ca. 5’000 Stück. Sie sind so gross wie Mohnsamen. Daraus schlüpfen kleine Raupen.

  • 5’000 Raupen brauchen bis sich verpuppen 8 Quadratmeter Platz (auf Hurden)
  • 5’000 Raupen fressen ca. 180 kg Blätter
  • 1 Maulbeerbaum liefert ca.7 kg Blätter pro Jahr. Für 180 kg Blätter braucht es daher ca. 25 Bäume
  • 5’000 Raupen ergeben verpuppt ca. 9 kg Kokons
  • 9 kg Kokons ergeben ca. 1 kg Rohseide.

Seidenraupe

Maulbeerspinner (Zuchtseide)

Maulbeerspinner wird seit Jahrtausenden in in China (seit 3000 v. Chr.), Japan und Indien gezüchtet.

 

Tussahspinner

Sacrote oder Eichenspinner

werden bei der Zuchtseide durch heißes Wasser oder Wasserdampf vor dem Schlüpfen abgetötet, damit der Kokon als ganzes erhalten bleibt und kein Loch durch das Schlüpfen des Schmetterlings entsteht.

Sie verfügen über 4 Drüsen am Unterkiefer (2 produzieren Fibroin, die anderen sind für das Sericin verantwortlich).

Seidenfaden

Der Seidenfaden besteht aus zwei platten Fäden (aus hornähnlichem Fibroin)

beide Fäden (Fibroin) sind von einer gemeinsamen Hülle (Seidenleim – Sericin) umgeben

 

Produktion

  • Das Sericin wird durch eine seifenartige Lösung entfernt
  • Seidenzwirn entsteht durch die Verdrehung mehrerer Seidenfäden
  • Die Abfälle der Seidenzwirnproduktion können zu Bourretteseide oder Schappeseide versponnen werden
  • Der Verlust des Seidenleims wird teilweise durch Metallsalze ausgeglichen (erschweren der Seide)
  • Überpari: Es wurden mehr Metallsalze hinzugefügt, als Seidenleim entfernt
  • Pari: Die Menge der Metallsalze entsprechen der Menge des Seidenleims
  • Unterpari: Es wurden weniger Metallsalze hinzugefügt, als Sericin reduziert wurde
  • Für 1kg Rohseide werden ca: 5’000 Kokons benötigt.

Kokon

  • Durchmesser: 20 – 25mm
  • Länge: 30mm
  • Form: eiförmig (männliche Kokons) bzw. 8-Förmig (weibliche Kokons)
  • enthält ca. 800 m bis maximal 3’000 m Seidenfaden
  • entsteht bei der Verpuppung der Raupe zum Schmetterling
  • Bei Zuchtseide werden die Raupen in Spinnhütten gebracht, die ideal für den Bau eines Kokons sind.
  • Die Kokons werden an der Spinnhütte oder an ihrer Umgebung mit sog. Flockseide befestig.t
  • Der Bau eines Kokons dauert ca: 3-4 Tage.
  • Nur die hochwertigsten Kokons werden für die Haspelseide verwendet.
  • Minderwertige Kokons werden für Schappeseide verwendet.

Seidenarten

Maulbeerseide, Tussahseide, Bourette, Schappe, Cuitseide, Souple – Seide, Anaphe – Seide, Muschelseide, Ecrú – Seide

  • Maulbeerseide: auch als echte, edle, reale oder Zuchtseide bekannt, Produkt des Maulbeerspinners (ernährt sich von den Blättern des Maulbeerbaumes), wird als Haspelseide verwendet, hochwertigste Seide
  • Tussahseide: auch Wildseide genannt, wird von Kokons gewonnen, deren Schmetterlinge bereits geschlüpft sind, ergibt ein unregelmäßiges Warenbild, bastlos, sehr haltbar
  • Bourette – Seide: entsteht beim Kämmprozeß in der Schappeseidenproduktion, Bourette – Seide wird durch das Grobspinnverfahren gewonnen, unregelmäßig noppig, stumpfer und fülliger als Schappe – Seide, preiswert
  • Schappe – Seide: auch als Florettseide bekannt, wird aus den nicht abhaspelbaren Teilen des Kokons gewonnen, wird durch ein Verfahren weiterverarbeitet, daß dem Kammgarnverfahren ähnelt, Abfallprodukt (Kämmlinge) wird zu Bourette-Seide verarbeitet
  • Cuit – Seide: auch als „Glanzseide“ bezeichnet, sehr weich und glänzend, zu 100% entbastet, durch den Verlust des Seidenleims entsteht ein Festigkeitsverlust
  • Souple – Seide: Naturseide, die durch Seifenlauge teilweise entbastet wurde, Gewichtsverlust durch den Entbastvorgang: ca: 8-12%
  • Anaphe – Seide: afrikanische Naturseide, wird auch Nesterseide genannt, aus kleinen Kokons gewonnen, wird nur in der Schappespinnerei gewonnen, wird teilweise als Effektfaden in der Tuchweberei verwendet
  • Ecrú – Seide: nicht entbastet, glanzlose Rohseide, mit künstlich gehärtetem Bast
  • Muschel – Seide: ca: 60mm langer Faserbart von Steckmuscheln aus dem Mittelmeer, schwer zu gewinnen

 

Seidenstoffe

 Bourrette, Chiffon, Crêpe de Chine, Damassé, Duchesse, Organza, Satin, Taft, u.v.m.

Geschichtliches

Seide stammt ursprünglich aus China

gelangt ca. 200 v. Chr. von China nach Korea

kommt im Jahre 552 n. Chr. nach Byzanz und von dort aus ins südliche und mittlere Europa.

In Europa wird Seide zuerst in Italien und dann in Frankreich industriell verarbeitet.


Quellen: 

Alfons Hofer: „Textil- und Modelexikon“, 6. Auflage, Deutscher Facherverlag, Frankfurt am Main, 1998

„Das neue Taschen Lexikon in 20 Bänden“, Bertelsmann Lexikon – Institut, Band 14 S-Sh, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1992

Dipl.Ing.Päd. Frank Geringswald: „Rohstofflehre I“, Skriptum, LDT Nagold, 1998

„Grosses Handlexikon in Farbe“, Lexikon Institut Bertelsmann (Hrsg.), Gütersloh

„Fachwissen Bekleidung“, Europa Lehrmittel, 4. Auflage, Haan – Gruiten, 1995